Unterhaltsberechnung und Unterhaltszahlung

Die Unterhaltsberechnung

Die Unterhaltsberechnung wird in allen Fällen des Unterhalts anhand der Düsseldorfer Tabelle stattfinden (www.olg-duesseldorf.nrw.de). In dieser werden verschiedene Nettoeinkommen, aber auch Fälle von Unterhalt festgehalten. So werden die genauen Höhen des Kindesunterhalts festgelegt.

Beispiel:

4-jähriges Kind, Nettoeinkommen bis 1.500 Euro, Kindesunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle: 317 Euro, Selbstbehalt: 1.000 Euro (erwerbstätig), 800 Euro (nicht erwerbstätig)

Im Beispiel kann der Unterhalt auf bis zu 488 Euro für Kinder ab 18 Jahre ansteigen. Der Selbstbehalt, der für den Eigenbedarf zur Verfügung stehen muss, erhöht sich mit zunehmendem Einkommen.

8-jähriges Kind, Nettoeinkommen: 3950 Euro, Kindesunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle: 525 Euro, Selbstbehalt: 1.700 Euro

Für den Ehegattenunterhalt gilt die drei Siebtel Regelung bzw. die Regelung des Aufstockungsunterhalts, wie oben beschrieben. Der Selbstbehalt liegt hier bei mindestens 1.100 Euro. Beim Elternunterhalt dagegen (Unterhalt für die eigenen Eltern) liegt der Selbstbehalt seit 2013 sogar bei 1.600 Euro monatlich.

Die Unterhaltszahlung

Der Unterhaltsanspruch besteht zwar grundsätzlich, die Unterhaltszahlung muss jedoch nur dann erfolgen, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind:

  • Bedürftigkeit des Unterhaltsberechtigten – bei minderjährigen und volljährigen / privilegierten volljährigen Kindern ist davon grundsätzlich auszugehen
  • Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen – dieser muss stets den Eigenbedarf für seinen Lebensunterhalt behalten können, bevor er Unterhaltszahlungen leisten muss.

Die Unterhaltszahlung erfolgt monatlich. Sie wird in der Regel dem ehemaligen Ehegatten bzw. dem Elternteil, der ein Kind betreut, überwiesen. Alternativ kann auch eine Überweisung ans Jugendamt erfolgen, das die Unterhaltszahlung weiter leitet. Wer sich vor der Zahlungspflicht drücken will, aber leistungsfähig ist, der riskiert eine Lohnpfändung für die Unterhaltszahlung.